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Sehr geehrte Eltern,
wir Mitarbeiter des Kinder- und Jugendtreffs St. Konrad verstehen uns als Teil
einer Institution für offene Jugendarbeit. Offene Jugendarbeit insofern, als
dass ein jeder Kollege die Lage der Kinder im Hildener Süden sehr gut kennt und
diese auch verinnerlicht hat, so dass wir mit gezielten Angeboten
Voraussetzungen schaffen wollen, die für das Kind als Individuum, aber auch als
Bestandteil einer Gruppe unabdingbar sind auf dem (in diesem Alter) oft
holprigen Pfad der Persönlichkeitsentwicklung.
Natürlich haben die Kinder bei der Programmgestaltung ein erhebliches
Mitspracherecht, denn schließlich sollten wir dort an ihren Interessen
anknüpfen, damit der Spaß nicht auf der Strecke bleibt. Zwar gehören wir vom
Grundtenor schon zur katholischen Kirche, doch "offen" bedeutet in diesem Fall
auch, dass unsere Einrichtung keinerlei Unterschiede macht in puncto Religion,
aber auch nicht nach Nationalität, Geschlecht, sozialem Status, Fähigkeiten,
körperlichen oder geistigen Einschränkungen oder anderen Gesichtspunkten.
Lediglich das Alter unserer Gäste grenzen wir so ein, dass in der Regel niemand
jünger als 9 oder älter als 15 Jahre alt ist. Für Jugendliche ab 15 Jahren
stehen die Kollegen im JAW am Weidenweg zur Verfügung.
Da wir sehr eng mit dem Am für Jugend, Schule und Sport der Stadt Hilden und
anderen (sozialen) Einrichtungen zusammenarbeiten und ständig mit ihnen im
Dialog stehen, kommt es immer wieder zu einer Vernetzung mit diesen
Institutionen, was für die Kinder sehr von Vorteil ist, weil es ihnen noch mehr
Möglichkeiten eröffnet, als wir ihnen alleine bieten könnten.
Offene Jugendarbeit lebt mit und von Veränderungen, so dass unsere Ansätze
wandelbar bleiben müssen, um sich veränderten Rahmenbedingungen und
Bedürfnissen möglichst nahtlos anpassen zu können. So arbeiten wir auch nicht
nur defizitorientiert, sondern wir bemühen uns ferner, Präventivarbeit zu
leisten, indem die Kinder innerhalb ihrer Stärken gefördert werden. Es muss in
diesem Zusammenhang jedoch auf den Charakter der Freiwilligkeit hingewiesen
werden, denn wir wollen niemanden zwingen, bei uns zu sein.
Die pädagogischen Betreuer agieren generell auf zwei Ebenen: Einerseits soll
schon eine gewisse Distanz gewahrt bleiben, um nicht Gefahr zu laufen, den
Respekt zu verlieren und Grenzen einreißen zu lassen, doch auf der anderen
Seite verstehen wir uns schon auch als Vertrauensperson und stehen bei
Problemen selbstverständlich mit Rat und Tat zur Seite.
Im Prozess der Persönlichkeitsentfaltung lernen die Kinder bei uns, eigene
Interessen zu benennen, im Gegenzug jedoch auch Rücksicht auf die Interessen
anderer Besucher zu nehmen. Sie sollen sich möglichst selbstständig über
Angebote einigen und auf eigene Bedürfnisse aufmerksam machen. Zudem werden
etwaige Aggressionen bei Sport und Spiel abgebaut und gewaltfreie
Lösungsstrategien bei Konfliktsituationen aufgezeigt. Die Kinder werden bei
regelmäßigem Besuch mit ihren Stärken und Schwächen konfrontiert, können diese
im Laufe der Zeit verbessern und lernen, beide Seiten zu akzeptieren.
Da wir allen Menschen wertfrei und unvoreingenommen begegnen wollen, ist es uns
ein Anliegen, diese Einstellung auch unseren Besuchern zu vermitteln und so mit
möglichen Vorurteilen aufzuräumen.
Auf unsere Weise wollen wir jungen Menschen so eine zukunftsorientierte
Perspektive aufzeigen und tragen unseren Anteil zu ihrer Lebensgestaltung mit
bei.
(Christoph Banken, Carsten Wannhof)
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